Autor: Frank Weinreich

Sie sind da, rollen aber nicht

Der Spiegel macht mit einer Sonderausgabe anlässlich der #btw17 auf, wo es heißt: „Sie sind da. Die AfD überrollt die Volksparteien“. Das ist natürlich typisch Spiegel – immer ein bisschen aufgeregter als die anderen – aber eben auch eine Rhetorik, die falsche Assoziationen an 1933 weckt. Wenn die Zeit den Öffentlichen-Rechtlichen zurecht eine gewisse „Angstlust“ im Umgang mit der AfD vorwirft (http://www.zeit.de/kultur/film/2017-09/wahlabend-tv-bundestagswahl-elefantenrunde-ard-zdf), so trifft das auch auf den Spiegel zu. So schnell und einfach wie einst lässt sich die deutsche Demokratie heute nicht mehr überrollen! Denken wir doch mal an ’33 zurück – fünfzehn Jahre nach einem verlorenen Weltkrieg, der die damals viel nationalstolzeren Deutschen zutiefst gekränkt hatte und kurz nach der Weltwirtschaftskrise, die zahllose Existenzen zerstörte. In einem Europa, das den Einheitsgedanken überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, sondern noch aus völlig auf sich selbst bezogenen Nationen bestand, die einander misstrauten und die wenigen guten Dinge oft missgönnten. Das ist heute doch ein bisschen anders: Die Wirtschaft brummt, Europa ist vielfach verflochten und Nationalhass oder ehemalige „Erbfeindschaften“ sind Vergangenheit. Der für eine Diktatur so wichtige äußere Gegner ist nicht zu sehen … Mitmenschen Stattdessen haben wir gelernt, dass Ausländer Menschen wie du und ich sind. Es ist kein Zufall, dass der Ausländerhass besonders da lodert, wo es gar keine Ausländer gibt, denn wenn man sie denn kennenlernt, dann wird es schwierig, sie zu hassen. Dabei habe ich jetzt...

Read More

Phönix 2017

Eine Neuerzählung des Märchens „Vogel Phönix“ von Hans-Christian Andersen Im Garten des Paradieses, direkt unter dem Baum der Erkenntnis, stand einst ein Rosenstrauch, von dem die Bibel nichts berichtet. Dessen erste Blüte bildete ein Nest, aus dem der Vogel Phönix entsprang. Rot-golden leuchtete sein Gefieder, sein Flug war ein herzbewegendes Strahlen und sein Gesang die schönste Musik, die je erklang. Und seinen wahren Namen, den gaben ihm Adam und Eva, denn er vervollkommnete ihr Glück. Doch als das Menschenpaar die verbotene Frucht von dem Baume nahm und aß und aus dem Paradies vertrieben wurde, da geschah es. Ein Funke...

Read More

„Danke!“ – für das Buch meines Lebens

Dies ist eine ganz persönliche Notiz zum heutigen, dem 125sten Geburtstag von Professor John Ronald Reuel Tolkien, ein tief empfundenes Dankeschön für Mittelerde und „Der Herr der Ringe“, die große Teile meines Leben geprägt haben. Es ist nicht das erste und nicht das berührendste oder stimulierendste Buch, das ich je las, aber es ist das Buch meines Lebens. Was mich an Tolkiens Werk bewegt und wie es mich beeinflusst, darüber habe ich schon oft geschrieben und geredet, gerade anlässlich dieses 3.1.2017 in Radio, Fernsehen und Onlinemedien; etwa hier bei 3Sat oder auf Tor Online. Mein jetzt auszusprechender Dank dreht...

Read More

Spendet phantastisch

Sie beherbergt wahrscheinlich die größte Sammlung phantastischer Literatur: die Phantastische Bibliothek in Wetzlar. Damit ist sie so etwas wie das CERN der Phantastik, oder ihr Petersdom, ihre Kaaba – sucht es Euch aus. Jedenfalls ist sie ein einzigartiger Hort für alles, was die Phantastik zu bieten hat, und man muss es nicht einmal mit einem Drachen aufnehmen, um sich diesen Schatz zu erschließen. Doch wie so viele Kulturgüter ist sie wirtschaftlich nicht auf Rosen gebettet. Deshalb bitte ich Euch zusammen mit allen namhaften deutschsprachigen Phantastikautoren um Unterstützung für diese ganz besondere Bücherei. Es geht darum, ihren Fortbestand zu sichern, und es...

Read More

50 Jahre Star Trek …

… danke für alles, lieber Gene Roddenberry! So wie der „Herr der Ringe“ das Buch meines Lebens ist – ohne dass ich beruflich jetzt etwas ganz anderes machen würde, ohne dass ich viele meiner lieben und hochgeschätzten Freunde und manch weisen Menschen nie kennengelernt hätte -, so ist Star Trek die Verkörperung der Vision meines Lebens. Alles was ich an säkularem Humanismus erst viel später durch Lektüre, Studium und eigene Forschung intellektuell begriffen und zu meinem Leitstern gemacht habe, ist bei Star Trek schon angelegt und wird auf eine intuitiv verständliche Weise vorgelebt. Das ist eine Weise, die eine...

Read More

Pin It on Pinterest